6 Monate nach Taifun Haiyan: Wiederaufbauhilfe der Diakonie Katastrophenhilfe auf den Philippinen kommt an

Mittwoch, 7. Mai 2014
Wiederaufbau nach dem Taifun Haiyan auf den Philippinen
Fischerfamilien konnten mit der Wiederaufbauhilfe ihre Boote reparieren, und haben jetzt wieder ein Einkommen
Diakonie-Mitarbeiterin Roberta Rastl berichtet von den Philippinen: über 300.000 Menschen profitieren von Hilfsmaßnahmen des lokalen Partnernetzwerkes

Am 8.Mai ist es ein halbes Jahr her, dass Taifun Haiyan Teile der Philippinen verwüstet hat. Noch immer ist vor allem auf den Inseln Leyte und Samar, wo die Diakonie Katastrophenhilfe seit sechs Monaten Nothilfe und Wiederaufbau-Hilfe leistet, vieles im Argen. Aber die Menschen sind zuversichtlich: „Wir sind hier sehr gut organisiert und dadurch können wir die Hilfe, die wir bekommen, schnell zu den Menschen in den Dörfern bringen, die sie am nötigsten brauchen“, betont Minet Jazmine Jerusalem, die Leiterin einer lokalen Partnerorganisation und selbst Betroffene des Taifuns.

Wichtigstes Ziel ist Einkommensmöglichkeiten wieder herzustellen.
Zusammen mit ihren philippinischen Partnern wie dem Netzwerk CDRC treibt die Diakonie jetzt nach der Phase der Nothilfe den Wiederaufbau im Katastrophengebiet voran. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Wiederherstellung der Lebensgrundlagen der Menschen, von denen die meisten ihre Einkommensmöglichkeiten durch den Sturm verloren haben. Fischer haben keine Boote mehr, Bauern haben ihre gesamte Ernte verloren.
Roberta Rastl, Presseverantwortliche der Diakonie Katastrophenhilfe besucht derzeit die Partnerorganisation der Diakonie in Leyte und berichtet von dort: „Der Reis, die Bohnen und anderen Gartenfrüchte, für die unsere Partner im März das Saatgut verteilt haben, und die die Familien 3 Monate nach dem Taifun angepflanzt haben, können jetzt bald geerntet werden“, berichtet Rastl. „Fischer konnten in den vergangenen Wochen mit Diakonie-Unterstützung ihre Boote reparieren und können jetzt wieder Fischfang betreiben. Alle sind sehr froh, dass sie wieder selbständig ihren Lebensunterhalt verdienen können. Niemand will hier von Hilfsgütern abhängig sein. Sich selbst versorgen können, ist das oberste Ziel aller von Sturm und Überschwemmung betroffenen Menschen hier“, so Rastl.

Wiederaufbau: sturmsichere Häuser für Betroffene in gefährdeten Gegenden
In der nächsten Phase des Wiederaufbaus wird es um die Errichtung sturmsicherer Häuser gehen. Zusammen mit internationalen ExpertInnen wurden bis jetzt Baupläne für Häuser entwickelt, die schweren Taifunen, Erdbeben und Überflutungen standhalten können. Außerdem mussten die Menschen identifiziert werden, die dieser Hilfe am meisten bedürfen. „Diese wohnen zumeist weit entfernt von lokalen Zentren an schmalen Küstenstreifen oder in Bergdörfern und haben oft auch selber kein Stück Land auf dem gebaut werden kann. Hier ist auch viel bürokratische Arbeit zu tun“, berichtet Minet Jazmine Jerusalem, die Leiterin der Partnerorganisation. Sie ist aber sicher, dass die Menschen mit Hilfe der Diakonie-Experten in den kommenden Monaten die rund 750 geplanten sturmsicheren Häuser aus Beton, Holz und natürlichen Baustoffen errichtet werden können.
Marisel ist eine Bewohnerin eines Fischerdorfes, die davon profitieren könnte. Die 26-Jährige brachte sich mit ihrem Mann und ihren vier Kindern auf einem Berg in Sicherheit. „Glücklicherweise waren wir gewarnt und konnten fliehen, bevor der Sturm über uns hereinbrach. Als wir zurück kamen, hatte er unser Haus mit allem, was wir besaßen, weggespült,“ erzählt sie. Die Familie wohnt bis jetzt in einem Flüchtlingszelt. „Wir träumen davon, dass wir einmal ein sicheres Haus haben“, sagt die vierfache Mutter, die beim Bau ihres neuen Hauses selbst mit anpacken will.

Taifun Haiyan war einer der verheerendsten Wirbelstürme, die je auf die Philippinen trafen. Mehr als 6.200 Menschen wurden getötet, eine Million Häuser wurden zerstört, rund 14 Millionen Philippinos sind betroffen.
Dagmar Lassmann, Leiterin der Diakonie Katastrophenhilfe in Österreich betont: „Wir lassen die Menschen auf den Philippinen nicht im Stich. Wir begleiten die Betroffenen beim Wiederaufbau und auch bei der Katastrophenvorsorge, damit sie in Zukunft besser für künftige Naturkatastrophen gewappnet sind. Dafür sind wir weiterhin auf Spenden angewiesen.“