Diakonie zur vergessenen Katastrophe im Jemen: anhaltender Konflikt erzeugt unermessliche Not

Freitag, 16. August 2019
Jemen: Mädchen befüllt Wasserkanister für ihre Familie.
Ohne Wasser kein Leben (Foto: Gressmann / Diakonie Katastrophenhilfe)
Jemen: Mädchen befüllt Wasserkanister für ihre Familie.
Ohne Wasser kein Leben (Foto: Gressmann / Diakonie Katastrophenhilfe)
Diakonie Katastrophenhilfe startet Engagement im vom jahrelangen Krieg erschöpften Jemen

„Vor den verschlossenen Augen der Welt herrscht im Jemen seit 2015 ein anhaltender Konflikt. Die Bevölkerung leidet seit langem unermessliche Not“, macht die Diakonie anlässlich des Welttages der humanitären Hilfe am 19. August und den jüngsten Gefechten in der Hafenstadt Aden auf die vergessene und menschengemachte Katastrophe im Süden der arabischen Halbinsel aufmerksam.  Von 30,5 Millionen EinwohnerInnen sind 24 Millionen auf humanitäre Hilfe angewiesen – das sind 80 % der Bevölkerung.

Tödliche Gefahr durch Cholera

Die tödliche Infektionskrankheit Cholera ist auf dem Vormarsch, allein im ersten Halbjahr 2019 wurden 460.000 Verdachtsfälle gemeldet. „Die Ausbreitung von Cholera kann nur eingedämmt werden, wenn  sauberes Trinkwasser und ausreichend geschützte sanitäre Anlagen bereitstehen“, sagt Nina Hechenberger, Leiterin der Diakonie Katastrophenhilfe.  Aktuell haben 17,8 Millionen Menschen keinen sicheren Zugang zu sauberem Trinkwasser oder sanitären Anlagen.

Hunger trifft die Schwächsten

Zwei Drittel der Personen leiden unter Nahrungsmittelunsicherheit, mehr als 7 Millionen Menschen sind abhängig von Lebensmittelhilfen. „Besonders das Leben der Schwächsten ist gefährdet: Rund 2 Millionen Kinder unter fünf Jahren sind mangelernährt. Durch den Hunger werden sie besonders anfällig für Krankheiten. Das ist ein Teufelskreis – irgendwann bedingen sich Hunger und Krankheiten gegenseitig“, erklärt Hechenberger.  

Damit Brot als Grundnahrungsmittel produziert werden kann, unterstützt die Diakonie Katastrophenhilfe Bäckereien im Regierungsbezirk Taizz durch Ausstattung und Backmaterialien. Zusätzlich wird ein Gemeindekomitee gegründet, das die Verteilung von Brot-Gutscheinen organisiert. „In den besonders von Cholera betroffenem Bezirken Hajjah und Shabwa verteilen unsere lokalen Partner Hygiene-Kits, errichten Latrinen und setzen Trinkwasserstellen instand“, schildert Hechenberger die konkrete Hilfe vor Ort.

Jemen: Langanhaltende Krisen - Zerstörte Lebensgrundlagen

Der Jemen zählte schon vor dem Konflikt zu einem der ärmsten Länder der Erde. Jetzt ist die Infrastruktur völlig zusammengebrochen. 3,6 Millionen Menschen wurden intern vertrieben. Lebensgrundlagen der Bevölkerung, die vor allem auf Viehzucht und Fischfang basierten, wurden zerstört.

Die Diakonie Katastrophenhilfe bittet dringend um Spenden

Diakonie Katastrophenhilfe – Kennwort „Nothilfe Jemen“
IBAN: AT85 2011 1287 1196 6333

Alle Infos und Spendenmöglichkeiten auch unter www.hilftvorort.at

Diakonie Katastrophenhilfe hilft vor Ort seit 50 Jahren

Seit 50 Jahren ist die Diakonie Katastrophenhilfe bereits in und nach Notsituationen im Einsatz. Gearbeitet wird im Netzwerk mit Partnerorganisationen vor Ort. Diese sind lokal tätig und verankert, bereits bevor eine Katastrophe passiert und sprechen die örtliche Sprache derer, die sie unterstützen.